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Galerie BOISSERÉE
Patrick Hughes - Malerei und Multiples
Als Maler des Paradoxen hat sich der englische Künstler Patrick Hughes, 1939 in Birmingham geboren, einen internationalen Ruf geschaffen. Seine Arbeiten befinden sich in bekannten Sammlungen wie die der Tate Gallery, London oder der Sammlung Würth in Künzelsau. Wahrnehmung von Illusion und Wirklichkeit sowie optische Irritationen sind Hauptthemen seiner Kunst. Anlässlich seines 70. Geburtstages und zeitgleich zur ART COLOGNE stellt die Galerie Boisserée zum zweiten Mal seine dreidimensionalen Bildobjekte in Köln aus.
Patrick Hughes gemalte Reliefs sind "sich bewegende" Bilder, die die umgekehrte Perspektive ("Reverspective") als Mittel einsetzen. In illusionistischen Kompositionen konfrontiert er den Betrachter mit dem Spiel sich ständig verändernder Perspektiven. Die bevorzugten Motive seiner Gemälde und Multiples sind Architekturansichten, wobei eine Vorliebe für Gemäldegalerien (wie z. B. die Arbeit "Andy, Jeff und Damien" (2008) und Kombinationen von Türen und Landschaftsansichten z. B. "Cloudy" (2008)) zu erkennen ist.
"Da meine Türen perspektivisch gemacht und gemalt sind, wodurch die Dinge auf natürliche Weise zu verschwinden scheinen, wenn sie weiter entfernt sind, verwirren sie uns. Und da sie so konstruiert sind, dass die Außenseite nach innen und die Innenseite nach außen gekehrt sind, nimmt der Betrachter sie so wahr, als würden sie sich bewegen. Wenn Sie sich nach rechts bewegen, scheinen sie sich nach links zu bewegen und sich zu öffnen und geben den Blick auf die Natur frei, und wenn Sie sich nach links bewegen, schließen sie sich und verstellen die Sicht."
Frontal betrachtet, vermitteln die Arbeiten zunächst den Eindruck einer flachen Oberfläche. Sobald der Betrachter seine Position nur leicht verändert, verstärkt der reliefartige Bildgrund den Eindruck der Raumtiefe auf eine rational nicht mehr nachvollziehbare Weise. Die Bildobjekte von Patrick Hughes bestehen aus parallelen Dreiecken, deren Spitzen dem Betrachter zugewandt sind. Die desorientierende Wirkung der 3-D-Gemälde erzielt der Künstler, indem er die in der Darstellung am weitesten entfernten Motive auf die dem Betrachter zugewandten Spitzen der Dreiecke malt. Wird die räumliche Situation falsch eingeschätzt, kommt es zu Wahrnehmungsirritationen. Der falsch gesehene Körper scheint sich mit dem vorbeigehenden Betrachter zu bewegen. (Da unser perspektivisches Sehen sehr stark ausgeprägt ist, sind wir (fast) nicht in der Lage, die räumliche Anordnung richtig zu sehen.) Die Umkehrung der herkömmlichen Perspektive soll dem Betrachter zeigen, wie festgefahren unsere Sehgewohnheiten sind – die perspektivische Prägung des Menschen ist so stark, dass sie alle anderen Raumerfahrungen negiert. Sie soll überraschen, irritieren und anregen, nachzudenken; das Bewusstsein für Raum und Bewegung sensibilisieren.
Was ist ein Bild, wie wird es wahrgenommen, wie hängen Wirklichkeit und unsere Vorstellung von ihr miteinander zusammen, sind Patrick Hughes’ zentrale Themen. Seine Mittel und Methoden erscheinen paradox und sind dabei dennoch von bestechender Konsequenz. Wissen ersetzt nicht das Sehen: Wir sehen die Täuschung auch dann noch, wenn wir sie bereits erkannt haben. Und selbst bei wiederholter Betrachtung sieht man sie immer wieder mit Erstaunen: die Irritation der Wahrnehmung. So zeigt sich denn, dass die Faszination am Ungewissen und der Irritation ungebrochen ist.
Die Kölner Ausstellung umfasst 10 gemalte Bildobjekte aus den letzten zwei Jahren sowie ca. zwölf Multiples in Plexiglaskästen. Die in diesem Jahr entstandene mit einer Breite von 230 cm spektakuläre Arbeit "Our House" sowie einige kleinformatigere Arbeiten von Patrick Hughes werden ebenfalls auf einer Sonderschau auf unserem diesjährigen Stand D 11 Halle 11.2 auf der ART COLOGNE vom 21.–25.04.2010 zu sehen sein.
Ausstellung in der Galerie Boisserée vom 17. März bis 24. April 2010.
Galerie Boisserée, Drususgasse 7-11, D - 50667 Köln
(Nähe Dom, WDR , Wallrafplatz und Museum für Angewandte Kunst)
Telefon: 0221-2578519, Telefax: 0221-2578550,
E-Mail:
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, www.boisseree.com
SO und MO geschlossen, DI - FR 10–18 Uhr, SA 10–15 Uhr
Text von Patrick Hughes zur Arbeit "Our House":
"When I was an art student in 1959 we were taught along Bauhaus lines. The Bauhaus way is the rational way to run an art school, and several English schools and art teachers followed that way. My second favourite is Paul Klee, who exemplified the Bauhaus aesthetic. He typically started with a form, a shape, a visual system, and then saw, for instance, how triangles could be made into yachts at sea, marks on lines could be made into ancient hieroglyphics, how an assortment of squares could be made into imaginary towns. I still cling to Klee’s system in that I have shapes made first and then decide what to turn them into.
Tom Wolfe wrote a book called From Bauhaus to Our House (I have borrowed a part of his title) about the influence of Gropius from the Bauhaus on the architecture of America. In my painting I have put the skyscraper indoors among the bookcases so you can see it. From the Bauhaus professors I have chosen a Paul Klee Bauhaus poster, Oscar Schlemmer’s painting of students on a staircase, a Kandinsky, who lived next door to Klee in a Bauhaus studio and a Feininger – he was a cartoonist before he became a fine artist. On the far left Hans Arp had something of Klee’s spirit to make subtly representational art out of abstraction. Beckman and Ernst seemed to be in the spirit of the piece.
And beyond all this culture is the force of nature, the timeless sea."
Patrick Hughes, 10. Februar 2010
Galerie Boisserée J. & W. Boisserée GmbH
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