Yvonne, die Burgunderprinzessin von Witold Gombrowicz

Am Hof eines fabulösen Königreichs Burgund geht Yvonne allen auf die Nerven. Sie spricht kaum, bewegt sich träge, niemand kann sie ändern, sie macht die Zeremonien des Hofes nicht mit. Durch ihre Passivität und Apathie wird sie zur Provokation: Da sie nicht mitspielt, müssen die anderen sich aufspielen. Gerade das reizt den Prinzen, sie zu heiraten, doch kann er sie so wenig in seine formelle Welt ziehen, wie sie ihn aus der Hofwelt holen. Ihre Gelassenheit macht sie zur Gefahr – sie muss verschwinden. Für den König kein Problem: gemordet hat er schon früher. Alle wollen sie töten, können freilich mit der Methode des Königs nicht konkurrieren: er sorgt dafür, dass sie bei einem Gastmahl an einer Gräte erstickt.
Gombrowiez' absurdes Märchenspiel wurde 1938 veröffentlicht, aber erst 1957 in Krakau uraufgeführt. Später fand es dann in vielen Theatern auch in Westeuropa eine immer größere Beachtung. Obwohl sich eindeutige Interpretationen verbieten, bleiben angesprochene Themen wie "Unterwerfung", "Ausgrenzung", "Gewalt? gegenüber Andersartigen" aktuell und brisant. Gombrowicz' Text ist zeitlos. Ohne Probleme erkennen wir die Schickeria, Prominenz und Popanz unserer Tage Und Yvonne? Irgendwie bekannt, aber andererseits.......

Zum Autor Witold Gombrowicz

Witold Gombrowicz (1904 – 1969), einer der bedeutendsten und einflussreichsten polnischen Schriftsteller dieses Jahrhunderts, hat neben Romanen, Novellen, und Tagebüchern drei Schauspiele geschrieben: „Yvonne, die Burgunderprinzessin“, „Die Trauung“ und „Operette“. Diese Schauspiele, in denen sich polnische Tradition und Avantgardismus, Familiendrama und Königsdrama parodistisch verbinden, gehören inzwischen zum Repertoire des modernen Welttheaters.
Zurzeit, da Witold Gombrowicz in Warschau sein erstes Stück „Yvonne“ schrieb, ging er selten ins Theater, und wenn man den Aufzeichnungen in seinen Tagebüchern Glauben schenken darf, dann hat er keinen anderen Bühnenautor als Shakespeare jemals gelesen.
Die Nähe zu Shakespeare hat Gombrowicz absichtlich gewählt. Die Königsdramen dienten ihm als Vorbild für seine eigenen Stücke und sollten als solche von den Zuschauern auch erkannt werden. Denn er hat in seinen Arbeiten stets versucht, bekannte Formen zu übernehmen und darin seine neuen gefährlichen Inhalte wie Schmuggelgut zu transportieren. Form und Inhalt fallen also weit auseinander, und zwar bewusst. Viele Male hat der Autor seine Entschlossenheit hervorgehoben, Zuschauer nicht zu langweilen. Sie durften nach seiner Ansicht provoziert, aufgerüttelt, geärgert, aber nicht angeödet werden. Deshalb verpackte er Unbekanntes in vertrautem Gewand. Man kann „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ als ein Königsdrama, oder genauer als Königsfarce bezeichnen.

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Am Freitag, den 27.11. um 20:00 Uhr, am Samstag, den 28.11. um 16:00 Uhr, am Sonntag, den 29.11. um 19:00 Uhr, am Freitag, den 18.12. um 20:00 Uhr und am Samstag, den 19.12. um 20:00 Uhr macht wieder Yvonne, die Burgunderprinzessin alle verrückt mit ihrer Andersartigkeit.


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